Galerie d'Art Contemporain de Mourenx | 2006

Galerie d'Art Contemporain de Mourenx | 2006

Stimmen

 

"Die Photographien von Tobias Hohenacker folgen dem Weg der Mystiker."

Pater Nikolai Lochner | 2013

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Das sakrale Element

'Immanenz und Transzendenz' nennen Tobias Hohenacker und Uwe Jonas ihre bemerkenswerte Ausstellung in der Seeresidenz Seeshaupt. Was den Fotografen und den Bildhauer verbindet, ist der Stein und damit das Bleibende und gleichzeitig das Kontemplative. (...) Zum einen befassen sie sich mit dem verbleibenden Moment und zum anderen mit dem übergreifenden. Vom sakralen Element sprachen beide Künstler im Kontext ihrer Werke. Steine hatten diese Energie schon in archaischen Zeiten. Ein Besipiel dafür findet man in Stonehenge. In Uwe Jonas Labyrinth kommt es ebenso zum Tragen wie in den mystisch anmutenden Fotografien von Tobias Hohenacker.
Der Fotograf ergänzt in der Ausstellung seine Serie „Der himmlische Regen“ mit einer unwirklich anmutenden Engelserie, einer zauberhaften „Tagebuch“ Serie und farbigen Digitalfotografien, die er „Sanctuarium“ nennt, „Heiliger Raum“ also, mit denen sich der Kreis schließt, denn hier beobachtet er, was das allererste Licht am Morgen mit den Steinen im Gebirge macht."

Dr. Monika Ziegler | 2016

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"Überall entdeckt Tobias Hohenacker eine tiefere Wahrheit und macht sie sichtbar."

Astrid Amelungse-Kurth, anlässlich der Ausstellung "Immanenz und Transzendenz" | Münchner Merkur | 2015

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Raum und Mensch

"(...) Die hier gezeigten Fotos sind beeindruckende Zeugnisse der Kunst des Dietramszeller Fotografen. Wie er den Fokus einmal auf die Hände, dann wieder auf das Gesicht oder den Stoff des Kleides richtet und die anderen Bereiche im Unscharfen lässt, wie er die Assoziation zwischen Glasengel und der Frau verdeutlicht, das zeigt, wie er auf sein Gefühl reagiert und diese innere Welt in seinen Werken widerspiegelt.

Auch die zweite Serie „Transit“ entstand in Mexiko (...) Hier stellt der Künstler eine Verbindung zwischen Raum und Mensch her. Er fotografierte Männer und Frauen in einer ehemaligen Tabakmanufaktur und spürte, wie sie in dieser Säulenhalle auf der Durchreise zwischen Vergangenheit und Zukunft sind. (...) Die Porträtfotografien sprechen von einer tiefen Versenkung der Menschen, oft haben sie die Augen geschlossen oder aufs Unendliche ausgerichtet. Auch hier hat Tobias Hohenacker erneut Unschärfe bewusst eingesetzt. 'Manchmal denke ich, dass das Leben nichts anderes als eine Reise ist', sagt er, eine Reise zwischen 'Alt und Neu' und dies bedeutet, immer wieder 'Von neuem anzufangen' (...)

Dr. Monika Gierth, anlässlich der Ausstellung "Berührungen" | Galerie Steingraber | 2014

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Places of Remembrace

" (...) A photographer’s function is not just to record but also to communicate. (...) That communication or message can be something about us and our history – and this, in my opinion, is what Tobias has done.

He has researched and visited many sites on which monuments have been erected – these monuments cover a wide gamut of crimes against humanity carried out under the Nazi system, against Jews, against the disabled, against people of differing political persuasion, in fact anyone who did not toe the 'brown line'. But to communicate something like this one has to go into oneself too, to absorb the places, the atmospheres, the stories that these monuments can tell us. And then maybe one can photograph them – this Tobias has done.

And to communicate one has to have a goal too, to educate, explain and maybe to hold up a mirror – again this Tobias has done. (...) Before one can record one has to feel, anything less would be an insult to the people whose stories are told there. And this Tobias has done.

He has produced a series of photographs that show us these places and, with the accompanying texts, explain what has been done. They act also to keep this memory alive and to strive against the people who say, 'that’s enough remembering, it’s time to move on' – and there are many. But it’s not just remembering to give blame, to shout about guilt, but also to say, “take care, this could happen again, we must be on our guard”. The Nazi regime was not just kept going by the Himmlers and Görings but also people like us. We forget that at our peril.

As I wrote above, these photographs taken by Tobias are part of a larger exhibition by about 20 photographers showing various aspects of Munich. It was a relief to see Tobias’s work in it’s own room, for how could one show these places of remembrance mixed in with shots of the Oktoberfest – no matter how good? After seeing them, I must admit, I had no eye for the other work, I walked around and “viewed” them but my minds eye was still in the Erinnerungsorte – the Places of Remembrance. (...) Tobias has produced a series of photographs that don’t just record, but communicate."

Charles Kenwright, auf seinem blog openmindimages, über die Ausstellung „Erinnerungsorte“ | 2012

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„Die hier gezeigten Bilder bewirken ein freudiges Erwachen der Blicke, der Gedanken und Gefühle.

Ihre Freiheit, das ist auch diese Freude vor den scheinbar einfachsten Dingen.
Vor diesen Elementen, aus denen sich die Strukturen unseres Alltags zusammensetzen.
Diese Freiheit,
verkörpert auch jenes Wissen, das ermöglicht,
sein Gegenüber mit einer gewissen Distanz zu sehen,
und das Einzelne im Ganzen.
In jedem Bild, in jeder Gruppierung, in jeder Serie,
in jeder Ausstellung.
Nichts ist zu viel,
alles ist an seinem Platz,
alles ist geöffnet,
alles ist präsent.

Die Essenz der Photographien von Tobias Hohenacker
liegt in ihrer Leichtigkeit und in ihrer gleichzeitigen Komplexität,
sie entspringen einem Zustand der Konzentration und der Stille,
einem konsequent eingeschlagenen Weg,
der auf die Geste eines Kalligraphen verweist.

Es ist die Kontemplation in seiner Arbeit,
die es uns ermöglicht auf sein Wesen zu blicken.
Schönheit, Spiritualität.

Jedes Element in seinem Werk scheint beseelt zu sein."

Marie-Renée Demelas, Galerie für zeitgenössische Kunst Mourenx, Frankreich, über die Ausstellung „Aus meinem Tagebuch“ | 2006

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"Diese Ausstellung bringt uns jenen Quellen wieder näher, von denen wir uns heute so oft entfernen oder haben entfernen lassen ...

...Man muss sich für diese Bilder Zeit nehmen, man muss sie länger betrachten, um plötzlich zu bemerken, was für ein unglaubliches Petierungsgefüge da ist, was für eine Balance da ist, und was für ein Geheimnis da ist, das einen plötzlich magisch anzieht. Und das bedeutet, dass man hier in diesen Arbeiten etwas spüren darf, was man vielleicht mit dem Wort Numen bezeichnen könnte, das Numinose, den meisten von Ihnen bekannt, und ich greife bestimmt nicht zu hoch ...

...In einer Ausgabe des Bandes Die Leute von Alt Ägina - 3000 - 1000 vor Christus, das von meinem Lehrer Hans Walter verfasst wurde, und das ich letzte Woche auf der griechischen Insel Kapsunion fand, stehen ein paar Zeilen, die ich ihnen im Zusammenhang mit den Landschaftsaufnahmen von Tobias Hohenacker, insbesondere mit seiner Serie Der himmlische Regen gerne vorlesen möchte:
Es gab viele Bindungen unter den Leuten: Den Ort, die Sprache, die Lebensart, die bebauten Felder, die Sorgen um das täglich Notwendige; das Wissen, dass ihr Dasein als Geschöpfe der Natur von elementaren Mächten abhängig ist: Den guten, die Wachstum und Fruchtbarkeit fördern, den schlimmen, welche die Saat nicht aufgehen lassen. Der Ort der stärksten Bindungen, der sie alle vereint, ist der Kultplatz. ...Ein Dorf ohne Numen ist nicht denkbar. Erklären lässt sich ein Numen nicht. Wer könnte dies göttliche Macht, das nur Gespürte, Geahnte, dinglich nicht Fassbare, mit Begriffen oder mit Worten benennen? Numen ist der göttliche Hauch, der nicht weht, sondern gebunden ist an einen Träger: Einen Stein, eine Quelle, einen Baum oder einen Felsspalt. Der zu den leisesten Regungen empfängliche frühe Mensch erfuhr das Numen an einem solchen Ort. Dort empfingen die Leute Kraft und Weisungen. Jedes Ereignis, sei es in Haus- oder Mauerbau, Aussaat oder Ernte, jede Begebenheit im Leben eines Menschen, sei es Geburt oder Tod, nahm hier seinen Anfang und tausend Wünsche begleiteten den Mitmenschen in seinem Tun.

Diese Anbindung an das Ganz Andere, die im ersten Moment der Betrachtung dieser Bildern nicht sichtbar ist, die wir brauchen und an das wir selbst auch gebunden sind - ob wir es wahr haben wollen oder nicht - sie ist in diesen sehr leisen, sehr komplexen und sehr reichen Photographien von Tobias Hohenacker erkennbar. “

Ingeborg Wiegand-Uhl, Dr. phil. Kunstgeschichte, zur Ausstellungseröffnung "Photographische Bilder von Tobias Hohenacker“, München | 2004